Mistahzumbee
“Mistah
Zumbee” ist die Geschichte eines Mannes in mittleren Jahren, der von
seiner Frau geschieden lebt und seine Kinder nur dann sieht, wenn sie
etwas brauchen. Die Geschichte eines Mannes, der eines Nachts
schweißüberströmt aufwacht und meint, sich an einen ganz bestimmten
Sommer in seiner Jugend zu erinnern; an einen besten Freund, an Glück
und Freude, aber auch an Schrecken und Schmerz.
Er versucht, im Internet den Namen des Freundes zu finden, von dem er
geträumt hat, wird aber nicht fündig. Dafür schälen sich die
Erinnerungen Schicht für Schicht aus dem Dunkel und er fragt sich, wie
er all dies vergessen konnte. Alles deutet darauf hin, dass er diese
zwei Jahre (1980 und 1981) verdrängte, weil die Freude, an die er sich
zu erinnern meinte, nur eine Täuschung war. Vielmehr scheint es, als
hätte er in jener Zeit einen Seelenverwandten getroffen, mit dem er
Friedhöfe schändete, Tiere quälte, und mit dem er, als dies alles
zu wenig wurde, dazu überging, sich gegenseitig Schmerzen zuzufügen.
Die schreckliche Kraft hinter ihrer selbstzerstörerischen Wut scheint
ein Kinderschreck aus einem Comic aus den sechziger Jahren zu sein, ein
Mister Zumbee, der heranreifende Teenager zum Bösen verführte, Wunden in
ihre Unschuld schlägt, um sich von der herausströmenden Reinheit zu
ernähren. Ein aus Rauch und Alpträumen gewirkter Dämon, der sich auf die
Schultern seiner Opfer setzt, sich in ihr Haar verkrallt und die
Reinheit aus ihnen saugt wie ein Vampir Blut saugt.
Kann das Schreckgespenst einer Kindheit aus der Märchenwelt in die
Wirklichkeit wechseln und zwei Teenager in den Wahnsinn treiben, sie zu
Mord und Totschlag verleiten?
Warum erinnert sich der Mann dreißig Jahre nach den vermeintlichen Vorfällen plötzlich mit solcher Intensität? Meint, sich
so lebhaft zu erinnern, dass er sich sogar an den Duft des Shampoos
seines besten Freundes erinnern kann?
Es ist möglich, dass all dies nur erträumt war, das Ergebnis einer
überreizten Psyche. Doch es steht noch eine kurze Reise an. Eine Reise
um sich bestätigen zu können: Das bin ich nicht. Das ist Mistah Zumbee!
Die letzte Reise des Mannes ist eine Reise zur Erkenntnis. Und
Erkenntnis ist oft - wie in diesem Fall, die Tür zum Wahnsinn.
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